Der erste Schritt

1. Schritt: Die tiefste Sehnsucht erkennen

Der wirkliche spirituelle Weg beginnt mit einer einzigen, einfachen, aber doch radikal ehrlichen Frage:

Was will ich wirklich?

Warum diese Frage der Anfang von allem ist

Solange du nicht weißt, was du in Wirklichkeit suchst, wirst du dich immer nur entlang äußerer Ziele bewegen – Erfolg, Anerkennung, Leistung, emotionaler Stabilität, spiritueller Erfahrungen. Du fischst dein Leben lang im Trüben. Und je nachdem wie fortgeschritten du auf deinem Lebensweg schon bist, wirst du vielleicht auch festgestellt haben, dass keines davon dich wirklich auf Dauer erfüllt.

Die Frage „Was will ich wirklich?“ bricht die Oberfläche auf und führt dich präzise genau dorthin, wo deine Wahrheit beginnt.

Dabei geht es also weniger um:

„Was sollte ich wollen?“
„Was will mein Umfeld von mir?“
„Was wäre sinnvoll?“

Als vielmehr darum:

Was ist meine wirkliche, noch undefinierte tiefere Sehnsucht?


Ebene 1 – Die offensichtlichen Wünsche

Die ersten Antworten kommen fast immer aus dem Alltag, dem Ego und aus dem Verstand:

  • „Ich möchte, dass es mir besser geht.“
  • „Ich will weniger Stress, weniger Angst, weniger Leiden, weniger arbeiten.“
  • „Ich möchte meine Ziele erreichen.“
  • „Ich möchte Erfolg, Frieden, Sicherheit, Erfüllung.“
  • „Ich möchte endlich den richtigen Partner.“

Das ist gut, das ist verständlich und das will jeder, wenn man ihn fragt.

Doch es ist erst der Einstieg, um die Reise zu dem wirklichen „Warum“, zu dem wirklichen Antrieb zu starten und um zu wirklicher innerer Heilung zu gelangen.

Wenn du an der Stelle allerdings zu dem Schluss kommst, lieber noch weiter deine Ziele zu verfolgen, dich weiteren Therapien zu unterziehen und all das oben Aufgeführte noch (weiter) zu probieren – dann bitte tu das. Alles, was dein Leben ein bisschen freier und glücklicher macht, ist hilfreich und dient deinem Prozess.

Erleuchtung kannst du dich auch danach noch widmen. Ich für mich finde es jedoch schade, wenn man diese Erkenntnis – mit allem, was sie miteinschließt – nur die letzten verbleibenden Jahre leben darf.

Doch bin ich ein Fürsprecher dafür, dass wirkliche Spiritualität immer auch Hand in Hand gehen sollte mit Psychotherapie und auch der wissenschaftlichen Komponente. Eben wirklich ganzheitlich.


Ebene 2 – Was verspreche ich mir davon?

Stelle dir zu jedem deiner Ziele die folgende Frage:

„Was verspreche ich mir davon?“

Beispiele:

  • Warum will ich, dass es mir besser geht – was soll es mir geben?
  • Wenn ich Erfolg habe – wie glaube ich, werde ich mich dann fühlen, und für wie lange?
  • Wenn meine Ängste weg sind – was glaube ich, beginnt dann?
  • Wenn die Therapie erfolgreich war – was erhoffe ich mir dann, dass es für mein Leben bedeutet?
  • Wenn ich ‚Erleuchtung‘ erfahre – was erhoffe ich mir dann davon?

Hier beginnt die innere Wahrheit, sich langsam zu zeigen.

Denn hinter jedem Ziel steckt ein Gefühl, das du suchst:

  • Ruhe
  • Ganzheit
  • Geborgenheit
  • Freiheit
  • Leichtigkeit
  • Liebe
  • Klarheit
  • Frieden

Diese Ebene zeigt erstmalig die Muster auf, die dein Leben bisher gesteuert haben. Und tatsächlich sind das keine Gefühle, sondern Empfindungen. Empfindungen der tieferen, ursprünglichen Wirklichkeit – das kann jeder spüren, der sich darauf (sein Inneres) einlässt!


Ebene 3 – Der wahre Grund unter allem

Gehe noch tiefer und frage:

„Warum verspreche ich mir das?“

„Was liegt noch darunter?“

Wenn du hier ehrlich bist, entdeckst du vielleicht:

  • Ich möchte Frieden, weil ich mich innerlich oft unruhig fühle.
  • Ich möchte Freiheit, weil ich mich gefangen fühle – in Gedanken, in Mustern, in mir selbst.
  • Ich möchte einfach sein dürfen, weil ich mein Leben lang versucht habe, jemand zu sein.
  • Ich möchte Ruhe, weil mich das innere Kämpfen müde gemacht hat.

Hier zeigt sich die echte Sehnsucht – jenseits von Zielen.

Diese Sehnsucht ist nicht mehr persönlich und egozentrisch. Sie ist universell und natürlich.
Sie ist die Sehnsucht nach dem, was du in Wahrheit bist.


Ebene 4 – Die entscheidende Frage: Was will ich von der Erleuchtung?

Für den Suchenden ist das der Punkt, an dem alles klar wird.

Stelle dir auch hier die Fragen:

  • Warum will ich Erleuchtung?
  • Was verspreche ich mir davon?
  • Was soll durch das Erwachen anders werden?
  • Will ich vor etwas fliehen und wenn ja – wovor und warum?
  • Was hoffe ich, nie wieder fühlen zu müssen?

Hier entlarvt sich das Ego.
Und gleichzeitig öffnet sich der Raum des Seins.

Wenn du auch an der Stelle absolut ehrlich bist, zeigt sich:

Ich will in Wahrheit das, was hinter allen Gefühlen, Erwartungen und Vorstellungen ist:
Frieden. Stille. Freiheit. Liebe. Wahrheit. Ganzheit. Sein.

Und das ist der wirkliche Beginn des Erwachens.


Warum dieser erste Schritt so wichtig ist

Weil er den Automatismus des Geistes löst. Er bringt die innere Wahrheit an die Oberfläche, berührt einen tief und richtet so den Weg aus. Er weckt die Bereitschaft und öffnet damit den Raum für die Möglichkeit der Realisation. Und er zeigt dir, dass diese innere Sehnsucht nach Ganzsein, Erfüllung, Liebe und Wahrheit kein Hirngespinst oder ein Systemfehler ist – sondern der natürliche Ruf deiner wahren Natur:

Das Bewusstsein, das sich vor sich selbst versteckt – um sich selbst durch die Persönlichkeit hindurch wiederzufinden.

Viele Menschen beginnen direkt mit Meditation, anderen Techniken oder sonst was.
Doch ohne diesen fundamentalen ersten Schritt laufen sie im Kreis. Womöglich ein Leben lang.

Deshalb ist dies der erste Schritt. Er ist das Tor.
Alles beginnt hier.

Nutze gern das PDF-Worksheet für dich.

– Namaste

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